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Ab ins Wasserstoff-Zeitalter!

NWS auch für die Logistik von Bedeutung

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Bis 2050 will Deutschland „klimaneutral“ sein. Um die Auswirkungen von logistischen Prozessen klimaneutraler zu gestalten, wird auch hier händeringend nach alternativen Kraftstoffen gesucht. Nach langem Streit im Kabinett und mit viel Verzögerung hat die Bundesregierung nun ihre Wasserstoff-Strategie verabschiedet. Im Zentrum steht der grüne Wasserstoff. Die getroffenen Maßnahmen sind auch für die Logistik interessant:

Mit Spannung war sie erwartet worden, nun wurde die Wasserstoff-Strategie mit Verspätung und nach langem Streit in der vergangenen Woche von der Bundesregierung verabschiedet. Milliarden-Zuschüsse und verbesserte Rahmenbedingungen sollen Produktion und Nutzung von Wasserstoff als klimafreundlichen Energieträger weiter voranbringen. Neben laufenden Förderprogrammen sieht die Strategie sieben Milliarden dafür vor, dass sich der Wasserstoff am Markt durchsetzt. Zwei Milliarden will das Kabinett auch in internationale Partnerschaften investieren. Gesamt enthält die Wasserstoff-Strategie einen Aktionsplan mit 38 Maßnahmen. Der Aktionsplan sieht u.a. auch Fördersummen für LKW in Höhe von 900 Millionen Euro vor. Auch im von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpaket für 2020 und 2021 war einer der Punkte, dass der Bund mit einem ambitionierten Investitionspaket in die Förderung der Wasserstofftechnologie einsteigt. Damit soll der Grundstein für neue Exporttechnologien gelegt und Treibhausgas-Neutralität im industriellen Schwerlastverkehr begünstigt werden.

Bis 2050 soll Deutschland „klimaneutral“ sein. Für das Ziel ist ein rapider Wandel notwendig. Wasserstoff als Energieträger ist laut Experten eine Technologie, ohne die es nicht geht. Bis 2030 sollen nun in einem ersten Schritt Erzeugungsanlagen für Wasserstoff von bis zu fünf Gigawatt Gesamtleistung entstehen. Ein neuer, 25-köpfiger nationaler Wasserstoff-Rat soll die Politik künftig beraten. Im Zentrum steht der grüne Wasserstoff, der nur mit erneuerbarer Energie gewonnen wird und Basis für Kraft- und Brennstoffe sein kann, um die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas bspw. in Industrie und Verkehr abzulösen. Für die Produktion braucht es viel Energie, die lt. Bundesregierung auf absehbare Zeit großteils importiert werden wird.

Von Seiten der Opposition wurden die Wasserstoff-Pläne der Bundesregierung erst kürzlich noch als „reines Wunschdenken“ kritisiert – im Verkehrsbereich auf importierten Wasserstoff zu setzen, sei „teurer, unsicherer und umweltschädlicher“ als die direkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien. Aus Sicht der Linken im Bundestag setzt die Bundesregierung zu stark auf Wasserstoff als zukünftigen Energieträger und wolle sich demnach „vor echten Weichenstellungen“ zu der Minderung von Treibhausgasemissionen drücken. Von Seiten der Branchenverbände fallen die ersten Reaktionen auf den Beschluss dagegen positiv aus. Der Verband Deutsches Verkehrsforum (DVF) begrüßte den Beschluss als wichtigen Schritt für den Klimaschutz im Verkehr und die industrielle Zukunft Deutschlands. „Neben der direkten Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien, etwa bei batterieelektrischen Verkehrsmitteln, ist auch grüner Wasserstoff nötig, um den Verkehrssektor langfristig auf eine nicht-fossile Grundlage zu stellen“, so Präsident Raimund Klinkner. Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) betonte, dass Wasserstoff aus erneuerbaren Energien als Kraftstoff besonders im Transport- und Schwerlastbereich enormes Potenzial habe. Präsident Reinhard Zirpel meinte, dass ein Kraftakt erforderlich sei, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen: „Deutschland hat mit einer entschlossenen Forcierung von Wasserstoff lange abgewartet. Daher ist jetzt umso mehr Tempo gefragt.“ Dies gelte unter anderem auch bei dem Aufbau einer ausreichenden Infrastruktur für Wasserstofftankstellen.

Grüner Wasserstoff als Chance für die Logistik und den Nordwesten Deutschlands

In Brake fand Ende Mai die jährliche Regionalkonferenz der Metropolregion Nordwest statt. Pandemie-bedingt natürlich online. Veranstalter ist die Wirtschaftsförderung Wesermarsch in Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern Bremen, Oldenburg, Stade. In der Region bietet sich die Erzeugung von grünem Wasserstoff an, weil hier Wind-Strom für die Herstellung steht, welchen Windparks on- und offshore liefern können. Auch existieren durch hiesige Kavernen lokale Speichermöglichkeiten. „Der Nordwesten hat die Chance, Vorreiter bei der Produktion, Lagerung und Nutzung von Wasserstoff zu werden. Für die Logistik bietet der Wasserstoff das Potenzial nachhaltige und zukunftsfähige Transporte anzubieten“, so ist sich Kristof Ogonovski, Referent für Verkehr bei der Oldenburgischen Kammer, sicher.
www.nwzonline.de

Rheinland-Pfalz setzt auf Wasserstoff-Verbrennungsmotor

Mit seiner Wasserstoff-Strategie will das Bundesland Rheinland-Pfalz den Spagat zwischen der hohen Leistung und Umweltschutz bei Nutzfahrzeugen schaffen und die Entwicklung von Motoren für die Wasserstoff-Direktverbrennung insbesondere für Nutzfahrzeuge anschieben. Teil der Wasserstoff-Strategie für den dort starken Nutzfahrzeugsektor ist die Förderung von einem technischen Prüfstand für eben solche Motoren an der TU Kaiserslautern. Damit solle geprüft werden, wie man die Verbrennungsmotoren für den Wasserstoff-Betrieb modifizieren muss. Bei Nutzfahrzeugen geht es v.a. darum, einerseits Kohlenstoffdioxid einzusparen und andererseits hohe Leistungen zu ermöglichen. Mit der Direktverbrennung von Wasserstoff könne dieses wohl gelingen. „Es sieht momentan so aus, als ob das die Alternative für die Nutzfahrzeugbranche ist“, so Martin Thul vom Commercial Vehicle Cluster (CVC) Südwest.
www.verkehrsrundschau.de

In Bayern soll es bald 100 Wasserstofftankstellen geben

Auch Bayern setzt auf Wasserstoff als Treibstoff der Zukunft und will bei der Entwicklung für dessen Nutzung Gas geben. In den nächsten Jahren sollen bayernweit 100 Tankstellen für Wasserstoff entstehen, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bei der Vorstellung des bayerischen Wasserstoff-Konzeptes Ende Mai. Derzeit sind 17 in Betrieb, 4 weitere im Bau. Die Landesregierung hat dafür ein Förderprogramm von 50 Millionen Euro aufgelegt, weitere 65 Millionen Euro sollen in die Förderung der Forschung fließen. 2021 soll in Erlangen die erste Tankstelle für flüssigen Wasserstoff entstehen. Bis im Jahr 2030 sollen rund 80.000 mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge in Bayern rollen, 2050 dann mehr als zwei Millionen. Das Netz der Wasserstofftankstellen soll bis zum Jahr 2050 auf 2000 ausgebaut werden. „Made in Bavaria soll zum Wasserstoff-Gütesiegel werden“, so Aiwanger „Um unsere Klimaziele zu erreichen, brauchen wir die Energie- und Mobilitätswende. Wasserstoff kommt dabei eine besondere Rolle zu, weil er sich auf viele verschiedene Arten emissionsfrei nutzen lässt“.
www.stmwi.bayern.de

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