Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen

Innovative Konzepte und Hilfestellungen in der Corona-Krise

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Die Welt ist im Ausnahmezustand. In Zeiten des Corona ist vieles anders als gewohnt. Auch in der Transport- und Logistikbranche. Speditionen, die “lebenswichtige” Dinge transportieren, haben derzeit Hochkonjunktur. Andere Branchenteilnehmer stecken wiederum mittendrin in der Krise. Die Pandemie bringt einige Transportunternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Doch es gibt auch gute Nachrichten in diesen Zeiten:

Ab sofort können Kleinunternehmer, Freiberufler und Solo-Selbstständige die Soforthilfen des Bundes erhalten, zudem bessert der Bund die Unterstützung für Mittelständler nach. Kredite für mittelständische Unternehmen können demnach mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Die EU-Kommission muss dem Modell aber noch zustimmen. Zudem wird diskutiert, ob Kredite für Firmen mit 10 bis 250 Beschäftigten mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abgesichert werden. Dazu könnte es zinslose oder sehr günstig Kredite in der Höhe von drei Monatsausgaben geben, bis zu 500.000 Euro. Einigen LKW-Fahrern könnten hingegen 1500 Euro winken – steuerfrei. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will in der Krise die Bonuszahlungen für Arbeitnehmer bis zu 1500 Euro steuerfrei stellen. Die Koalition hatte diese Pläne bereits unterstützt. Als Beispiele für betroffene Berufe hatte Scholz Ärzte in Krankenhäusern, Pflegekräfte, Kassiererinnen im Supermarkt und die LKW-Fahrer genannt.

Dafür stehen viele LKW-Fahrer aktuell vor Problemen ganz anderer Art. Autohöfe mussten wegen des Coronavirus vermehrt schließen, teilweise wird dort selbst der Gang zu sanitären Anlagen untersagt. Zwar kündigten einige Rastanlagen-Ketten an, ihre Lebensmittel günstiger an Fernfahrer abzugeben, andernorts wird dafür aber sogar der Gang auf Dixi-Klos verwehrt. Immerhin hält Sanifair die Sanitäranlagen inzwischen aber an allen geöffneten Betrieben (z.B. Kompaktanlagen, Tankstellen, Fernfahrerduschen) frei und offen. Auch das Logistiknetzwerk ASTRE hat wegen der verschlechterten Arbeitsbedingungen für LKW-Fahrer zur Solidarität aufgerufen. An allen teilnehmenden Logistikstandorten des Netzwerkes stehen für die Fahrer der Gruppe ab sofort sanitäre Anlagen zur Nutzung frei, zudem gibt es Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten, Stellflächen sowie Möglichkeiten zur Wareneinlagerung. Und im Kleinen passiert solidarisch ebenso Großes: „Besondere Zeiten erfordern einen besonderen Zusammenhalt“ – so beginnt die Spedition Wirtz einen auf Facebook veröffentlichten und mittlerweile sehr populären Beitrag und lädt alle LKW-Fahrer, die gerade in der Nähe sind, dazu ein, in den Räumen der Firma kostenlos zu duschen und einen Kaffee zu trinken. Dem Risiko einer Ansteckung wurde mittels einer Schleuse Sorge getragen. Wirtz begründet den Beschluss mit den Worten: „Sicherheit ist wichtig, aber man muss auch Mensch bleiben“.

Kostenfrei Fahrersuche bietet nun die Jobplattform Drive4Drivers an. Unternehmen, die akut nach Fahrern suchen, können über die Plattform Job-Inserate gratis schalten. Drive4Drivers will damit Transportunternehmen in der Krise unterstützen, schnell und unkompliziert Fahrer zu finden. In der Corona-Krise explodiert auch die Nachfrage nach Studierenden. Über 7.000 Studenten bewerben sich gerade wöchentlich beim Personaldienstleister Studitemps als z.B. Auslieferungsfahrer bei Lebensmittel-Lieferdiensten, Getränkelieferanten oder Paketzusteller. Studitemps verzeichnet hier ein Plus von 762 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Fast verneunfacht hat sich in der Corona-Krise die Nachfrage nach studentischen Aushilfskräften. Auch als Logistikhelfer oder Kommissionierer (plus 39 Prozent) sowie als Verkaufshilfe oder Warenverräumer (plus 119 Prozent) werden Studenten und Absolventen jetzt händeringend gefragt. In Bayern soll eine Internetplattform der Verkehrsbranche Hilfestellungen geben. Die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat in der vergangenen Woche die „Verkehrsplattform Corona“ vorgestellt. In einem geschützten Online-Forum kann sich über verfügbare Fahrer, Schutzmaßnahmen für Fahrer sowie Informationen zu finanziellen Hilfen ausgetauscht und geholfen werden. Die Staatsregierung stellt aktuelle Informationen darüber bereit, beantwortet Fragen und bietet eine Austauschplattform. Mit Beratung und einer extra Webseite will der Nachtexpressdienstleister Nox seine Expertise zur kontaktlosen Zustellung teilen. Im Nachtexpress wird die quittungslosen Zustellung seit über 55 Jahren umgesetzt.

Zu individuelle Ansätze und mangelnde Koordination wirft Umberto de Pretto, Generalsekretär des Weltdachverbands der Straßentransportwirtschaft, dagegen den Regierungen weltweit in der Corona-Krise vor und fordert ein konzertiertes Vorgehen. Es müsse eine starke Führung auf globaler Ebene durch nationale Regierungen, regionale Institutionen und internationale Organisationen geben, um weltweit koordinierte Reaktionen und Standards voranzutreiben. Von den Mitgliedsverbänden bleibt dieser Aufruf bisher weitestgehend unbeantwortet. Auf eine einheitliche Linie schwört auch Steffen Bilder, der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, ein. In einem Gespräch mit der VerkehrsRundschau machte Bilger, der auch der Koordinator der Regierung für Güterverkehr und Logistik ist, deutlich, dass Bundesländer wie auch die EU-Staaten bei den Vorschriften zu einheitlichen Lösungen kommen müssen. Eine Aussetzung der LKW-Maut lehnte er ab.

Um Versandhändler in der aktuellen Coronavirus-Krise bei der Suche nach Standardkartons zu unterstützen, hat das StartUp Paxly eine Karton-Suchmaschine entwickelt. Wer sich grad vor allem mit organisatorischen, kostentechnischen und anderen transportrechtlichen Fragen herum plagt, der findet möglicherweise hier die dazu passenden Antworten. Transporte und unabhängige Preisvergleiche sind auch weiterhin über die Plattform von Pamyra.de möglich.

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