City-Logistik: Zukunftsvisionen und Realitäten

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Für die urbane Logistik wird es immer enger. Online-Handel und Stadtleben boomen. Diskussionen über den Schadstoffausstoß gewinnen an Schärfe. Um den Prozessen Stand zu halten, sind auf der letzten Meile neue Methode und Denkansätze gefragt. Einerseits, um eine schnelle und flexible Zustellung zu garantieren und andererseits, um die Städte lebenswert zu erhalten. Visionen und Realitäten der City-Logistik:

Immer mehr Menschen wollen in Städten leben – und tun dies auch. In der Stadt zu leben ist populär. Mehr als 55 Prozent der Weltbevölkerung leben heute in Städten. In Europa liegt die Zahl sogar bei 75 Prozent. Daraus ergeben sich Herausforderungen, gerade auf struktureller Ebene: Steigende Nachfrage nach Wohnraum, mehr Staus, Umweltverschmutzung. Um das Leben in Großstädten lebenswert zu halten, ist es notwendig, dass Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Auch die Logistik muss sich diesem Trend der Urbanisierung stellen.

Das wichtigste Thema im so dynamischen Prozess der Urbanisierung, dem sich die Logistik aktuell stellen muss ist, wie die letzte Meile bis zum Endkunden zukünftig organisiert werden kann. Nur mit innovativen Methoden und neuen Denkansätzen wird es gelingen, eine schnelle und flexible Zustellung zu gewährleisten und die Städte der Zukunft lebenswert zu gestalten. Denn in den nächsten Jahren wird es noch enger auf den Straßen und wohl ebenso auf den Bürgersteigen zugehen. Zumindest wenn man in einer der 100 größten Städte der Welt lebt.

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey, die kürzlich in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum entstand, führen der stetig wachsende E-Commerce und die damit verbundenen Letzte-Meile-Dienstleistungen zu mehr Staus und einem Anstieg von klimaschädlichen Emissionen. Um 78 Prozent soll demnach die Nachfrage nach Belieferung in den Innenstädten bis 2030 steigen. Täglich rund elf Minuten mehr pro Wegstrecke durch urbane Zentren müssen die Verkehrsteilnehmer dadurch einplanen, weil ca. 36 Prozent mehr Lieferfahrzeuge die eh schon vollen Straßen weiter verstopfen werden. 25 Millionen Tonnen mehr CO2-Ausstoß bedeutet dieser Anstieg auf der letzten Meile. Laut McKinsey werden weiter mehr Produkte im Netz geordert werden. Die Nachfrage nach Same-Day-Lieferung in den Top-100-Städten wird um 20 bis 40 Prozent zunehmen. Einen Ausweg kann die Nutzung moderner und nachhaltiger Technologien bieten und die Zusammenarbeit von KEP-Diensten.

Liefertaxis, Lastenräder, Drohnen und Roboter werden künftig also zu Schlüsselelementen in der Transportlogistik. Eine Möglichkeit, einen reibungslosen Transportfluss und eine effiziente Lagerlogistik zu garantieren, sind auch große Gemeinschaftslager, welche sich Unternehmen teilen. Zudem können sich Unternehmen vernetzen und Waren gemeinsam in die Innenstädte transportieren. Damit reduziert sich auch der Verkehr und unnötige Staus werden vermieden. Außerdem arbeiten Logistikunternehmen an kompakten Lagersystemen, die in Innenstädten zum Einsatz kommen könnten. Während große Mengen von Waren in Zentren außerhalb der Städte gelagert werden, fügen sich Microdepots in das Stadtbild ein, wo bestellte Ware direkt abgeholt und auch wieder zurückgeschickt werden kann. Pakete werden so nicht mehr durch Zustellfahrer separat an Besteller geliefert, vielmehr können Menschen flexibel Packstationen nutzen und der Warenfluss integriert sich reibungslos in den Alltag. Kürzere Transportwege und damit verbunden geringere CO2-Ausstöße wären weitere daraus resultierende Vorteile.

Lieferservice und Müllabfuhr in Personalunion

In immer mehr skandinavischen Städten arbeiten Lieferservices und Müllabfuhr zusammen. Allen voran, um Leerfahrten zu vermeiden und so den Schwerlastverkehr zu verringern. Das Projekt mit dem Namen Geliebte Stadt soll sowohl wirtschaftlich vertretbar sein als auch der Umwelt dienen. Ursprünglich vor zweieinhalb Jahren in Stockholm ins Leben gerufen, findet das Projekt immer mehr Nachahmer. Ausgangspunkt war, dass ein Lieferdienst am Morgen voll beladen ins Stadtzentrum fuhr und leer zurückkam, während die Müllabfuhr dagegen leer ins Zentrum fuhr und voll zurückkam. Warum nicht beides bündeln, dachte man sich und legte damit den Grundstein fürs Projekt. Weil die für diesen Zweck entwickelten elektrischen Lastenfahrzeuge keinen Lärm machen, können sie zudem auch nachts eingesetzt werden:
www.verkehrsrundschau.de

Privathaushalte als Paketshops

In verschiedenen deutschen Städten wie Berlin, Nürnberg, Leipzig und Dresden können sich Privatkunden nun als Paketfuxx registrieren und erhalten dabei 30 Cent für jedes Paket, das sie für ihre Nachbarn annehmen. Das Projekt ist von Hermes entwickelt. Wer einen privaten Paketshop einrichten möchte, registriert sich in einer App und erscheint dann als Standort in der Paketshop-Suche. Kunden können in den privaten Paketshops ihre Retouren abgeben und Sendungen abholen, welche Hermes aufgrund von Abwesenheit nicht zustellen konnte. Mit bis zu 10 Paketen kann man als Shop-Betreiber pro Tag rechnen. Die Hermes-Zusteller werden über neue Paketfuxx-Shops informiert, damit sie dort die Pakete abgeben können:
www.paketda.de

Nur noch ein Paketzusteller pro Strasse?

In den Diskussionen über eine umweltschonendere Paketzustellung hat sich ein Vertreter der Deutschen Post für Fahrten eines einzigen Dienstes pro Zustellgebiet ausgesprochen. In der so genannten konsolidierten Zustellung würde eine Firma die Pakete von den Wettbewerbern übernehmen und gegen Entgelt zustellen. Kritische Stimmen kommen von der DPD und von Hermes: „Die Zustellfahrzeuge von DPD sind sehr gut ausgelastet“, sagt ein Sprecher und verweist zudem auf eine Studie des Verbandes Biek, in dem sich die Post-Konkurrenten organisiert haben. Der Studie zufolge würde eine konsolidierte Zustellung den Verkehr nur geringfügig entlasten. Eine Firmensprecherin von Hermes moniert, dass die konsolidierte Zustellung den Wettbewerb abbremsen würde und dies zu Lasten des Kunden gehen würde. Auch sie betont, dass Hermes-Zustellfahrzeuge in der Regel voll beladen seien. Die Auswahl eines Paketdienstes für die letzte Meile würde nicht weniger Verkehr auf den Straßen bringen:
www.verkehrsrundschau.de

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