LKW-Abbiegeassistent

Kampf dem toten Winkel

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Experten fordern schnellere Einführung für mehr Sicherheit

Zwar zeichnen sie sich nur für einen kleinen Anteil an Unfällen verantwortlich, doch wenn es zu einem Abbiegeunfall mit einem LKW kommt, endet dieser meist fatal – und dass, obwohl längst technische Lösungen zur Vermeidung solcher Unfälle vorliegen. Experten fordern deshalb schnelle Maßnahmen, der Minister sagt weitere Gelder zu:

Für die Aufrüstung mit dem LKW-Abbiegeassistent wurde eine zweite Förderrunde gestartet. Seit 19. Juni können Unternehmen wieder staatliche Bezuschussung für die freiwillige Aus- und Nachrüstung von Nutzfahrzeugen ab 3,5 Tonnen mit dem Abbiegeassistent beantragen. Nachdem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) die Gelder für das staatliche Zuschussprogramm um weitere fünf Millionen Euro aufgestockt hat, öffnete das zuständige Bundesamt erneut sein E-Service-Portal. Im Januar wurde eine Antragssperre verhängt, da binnen weniger Tage alle zur Verfügung stehenden Mittel aufgebraucht waren. Die Verbände der Güterverkehrsbranche rechnen damit, dass auch das Budget der zweiten Förderrunde schnell vergriffen sein wird. Die Förderanträge können bis zum 15. Oktober gestellt werden. Bis zu zehn Einzelmaßnahmen pro Jahr sind für jeden Zuwendungsberechtigten förderfähig.

Immer wieder sterben Fußgänger oder Radfahrer, weil ein LKW sie beim Abbiegen übersieht. Im vergangenen Jahr ließen 34 Radfahrer ihr Leben, weil ein LKW nach rechts steuerte und die Radler im toten Winkel überrollte. Schon längst wurde mit dem Abbiegeassistent eine technische Lösung gefunden, die Unfälle dieser Art verhindern kann. Mit etwa 1000 Euro ist dieser sogar relativ günstig. Dennoch stehen viele LKW-Fahrer nachwievor wie blind an den Kreuzungen und wissen oft nicht, ob der Weg vor ihnen auch wirklich frei ist. Widerstände gegen den Abbiegeassistent gibt es quasi keine. Maximal eine handvoll Spediteure, welche die Kosten scheuen. „Solange der Chef dazu nicht gezwungen wird, wird er unsere Lastwagen nicht umrüsten“, hört man dann oft. Doch mittlerweile ist sich sogar die Politik darüber einig.

Auf EU-Ebene hat man sich bereits im März über die Einführung einer Pflicht für den Abbiegeassistent verständigt. Ab 2022 ist der Abbiegeassistent für LKW EU-weit Pflicht. Bis 2024 sollen sämtliche Neuwagen innerhalb der EU über entsprechende Assistenzsysteme verfügen. Damit lasse sich „eine ähnlich große Wirkung erzielen wie seinerzeit mit der Einführung der ersten Sicherheitsgurte“, äußert sich die EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Die Regelung basiert auf einem Entwurf des Bundesverkehrsministeriums und legt zum ersten Mal verbindliche Anforderungen an den Abbiegeassistent fest. Aus Sicht der Brüsseler Behörden wird es damit bis zum Jahr 2038 insgesamt 25.000 weniger Tote und 140.000 weniger Schwerverletzte im Straßenverkehr der europäischen Union geben.

Entgegen der klaren Meinung auf EU-Ebene und der Förderprogramme des Bundes ist die Verbreitung der Systeme in Deutschland bisher gering. Mit Hilfe des Förderprogramms seien bislang 3.900 LKW freiwillig mit den Assistenzsystemen nachgerüstet worden. Der ADAC ist z.B. auch skeptisch und sieht zwar eine überwiegende Verbesserung der Verkehrssicherheit, jedoch müssten auch Kosten und Nutzen in einem positiven Verhältnis stehen. In Österreich begrüßt man die Förderprogramme für die freiwillige Nachrüstung. Sie sind ein wichtiger Anreiz für Betriebe, welcher die Umrüstung beschleunigen wird, so Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter geht es indes nicht schnell genug. Er fordert eine sofortige Pflicht für den Abbiegeassistent als Zulassungsvoraussetzung für neue LKW und zur Nachrüstung bestehender Flotten. Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist für eine schnellere Einführung des verpflichtenden LKW-Abbiegeassistent. „Technisch ist es machbar. Deswegen müssen wir jetzt Tempo machen“, so der Minister. „Einige der Unglücke beim Abbiegen von Lkw wären vermeidbar, denn es gibt bereits die entsprechenden technischen Mittel“, meint auch der TÜV Rheinland-Mobilitätsexperte Thorsten Rechtien.

LKW-Abbiegeassistent im ADAC-Test

Währenddessen hat der ADAC mehrere Abbiegeassistenten für LKW getestet und kommt dabei zu einem überwiegend positiven Ergebnis: Jedes der getesteten Systeme konnte die Vorschriften des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) erfüllen. Am besten schnitt dabei das System AAS von Mekra Lang ab. Den Anforderungen auf internationaler Ebene, welche ab 2022 der Gradmesser sind, konnte allerdings keines der getesteten Systeme standhalten:

adac.de

Petition pro LKW-Abbiegeassistenz

Im Rahmen einer Online-Petition zur verpflichtenden Einführung der Abbiegeassistenten für LKW ab 7,5 Tonnen, welche seit Mai 2018 unter der Überschrift “Retten Sie Leben” eine hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erlangt, sprachen sich bislang 170.000 Unterstützer für ein EU-weites Gesetz zur verpflichtenden Installation von Abbiegeassistenzsystemen aus:

weact.campact.de

 

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