Logistik: Gestalterin oder Getriebene?

transport logistic 2019 und Innovationsprogramm Logistik 2030

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Die transport logistic 2019 hielt, was man sich von ihr versprach. Gute Stimmung, die erwarteten Rekordzahlen und interessante Diskussionen zu den aktuellen Entwicklungen in den Segmenten. Was in der Weltwirtschaft passiert, beobachtet die Logistikbranche dagegen derzeit mit einer gewissen Nervosität und Ungewissheit:

Die Logistikbranche blickte in der vorletzten Woche gespannt nach München, wo auf dem Messegelände der bayerischen Landeshauptstadt die weltweit größte Logistikmesse transport logistic ihre Pforten öffnete. 2.374 Aussteller aus 63 Ländern präsentieren den rund 64.000 Besuchern ihre Produkte, Dienstleistungen, Premieren und Neuheiten aus der Welt der Logistik und bescherten der transport logistic 2019 die erwarteten Rekordwerte. Die Zahl der Aussteller ist im Vergleich zur letzten Leitmesse für die Transport- und Logistikbranche um zehn Prozent gestiegen, die Besucherzahlen um fünf Prozent. Im Vergleich zu 2017 ist die transport logistic 2019 um eine Halle auf insgesamt zehn Hallen gewachsen. Außerdem ist die Logistikmesse internationaler geworden: Bei den Ausstellern um 53 auf 56 Prozent, bei den Besuchern von 44 auf 47 Prozent. „Starkes Wachstum sahen wir aus China, hier hat sich die Zahl der Aussteller um 30 auf 64 nahezu verdoppelt“, so Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. Top-Themen auf der diesjährigen transport logistic waren der Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Fahrermangel in den Unternehmen. Deutlich machte sich auch das Thema künstliche Intelligenz bemerkbar, welches in vielen Bereichen als großer Hoffnungsträger gilt. Auch die Neue Seidenstraße prägte das diesjährige Erscheinungsbild: „Die chinesischen Unternehmen suchen im Zuge der Seidenstraßen-Initiative verstärkt nach Kooperationspartnern in Europa“, so Rummel.

„Andere Wirtschaftsnationen sind uns auf den Fersen, daher müssen wir immer einen Schritt voraus sein“

so Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Eröffnet wurde die weltweit größte Branchenmesse von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. „Weltwirtschaft im Umbruch – ist Logistik Gestalterin oder Getriebene?“ – mit dieser Fragestellung gab Scheuer offiziell den Startschuss für die transport logistic 2019. Bei seiner darauffolgenden Eröffnungsrede betonte Scheuer die Wichtigkeit der deutschen Logistik als weltweiter Innovationstreiber und bezeichnete die Messe als „größte Demonstration für den Logistikweltmeister und aktiven Klimaschutz“. Der Begriff ‚Made in Germany‘ sei nachwievor positiv besetzt, aber: „Andere Wirtschaftsnationen sind uns auf den Fersen, daher müssen wir immer einen Schritt voraus sein“, so Scheuer mit Blick auf das Innovationsprogramm Logistik 2030. Die Rekordsumme von 17 Milliarden Euro will der Bund demnach „über alle Verkehrsträger hinweg“ in diesem Jahr in die Infrastruktur investieren. Allein für die Schifffahrt habe das Ministerium 90 Einzelmaßnahmen initiiert. Zentrales Ziel ist auch, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und so die Emissionen im Güterverkehr zu senken.

Die Logistikbranche steht vor der Herausforderung, bei wachsenden Verkehrsströmen die Mobilität klimafreundlich zu erhöhen. Der Verkehrsträger ist entscheidend, die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Die Bahn soll daher bis 2038 zu 100 Prozent mit Ökostrom fahren, dafür will Scheuer in diesem Jahr 5,8 Milliarden Euro investieren. Dies solle ohne Zusatzkosten für den Nutzer passieren, betonte Scheuer. Um den kombinierten Verkehr zu optimieren, wünscht sich der Bundesverkehrsminister zudem einen 24-Stunden-Betrieb in den Umschlaghubs. Um den Straßenverkehr sauberer zu gestalten, sieht Scheuer alternative Antriebe und Kraftstoffe als Schlüssel und betonte weiter, dass umweltfreundliche LKW mit E- und Erdgasmotoren bereits mautbefreit sind. Im Bereich Fachkräftemangel will sich das Ministerium ebenfalls stärker engagieren. Man müsse potenziellen Bewerbern nahe bringen, wie interessant die Berufe in der Logistikbranche wären. „Dazu haben wir jetzt zahlreiche Kampagnen gestartet, Fachkräfte für die Logistikbranche zu gewinnen“, verdeutlicht Scheuer.

Der Auftritt des Bundesverkehrsministers zeigt den hohen Stellenwert, den die Logistik in der Politik einnimmt, sowohl für den Umweltschutz als auch für die Wirtschaft. Allerdings sind die konjunkturellen Vorzeichen derzeit nicht in allen Segmenten positiv. Entsprechend negativ zeichneten in der anschließenden Podiumsdiskussion die anwesenden Branchenvertreter auch das Bild, was die weltweite konjunkturelle Entwicklung in Luft- und Seefracht angeht. Dorothea von Boxberg, Vorstand Produkt und Vertrieb bei Lufthansa Cargo, hatte beispielsweise „aktuell keine guten Botschaften“. „Die nächsten drei bis vier Monate bleiben noch negativ“, erwartet von Boxberg die Entwicklungen des Luftfrachtgeschäfts. Laut Frank Appel, Vorstandschef der Deutschen Post DHL, „wirkt sich der Handelsstreit zwischen China und den USA negativ auf die Psychologie der Märkte aus“, stellte er fest. Auch Alexander Doll, Vorstand Finanzen, Güterverkehr und Logistik der Deutschen Bahn, sieht, dass einige Kundenbranchen derzeit etwas schwächeln. Wichtig für das Wirtschaftssegment Logistik ist entsprechend nicht nur seiner Ansicht nach, „dass Weltmärkte liberal gestaltet sein sollten“.

BGL und Verdi fordern bessere Arbeitsbedingungen für LKW-Fahrer

Der Transportverband BGL und die Gewerkschaft Verdi haben auf der Leitmesse transport logistic 2019 die Zukunft des LKW-Fahrers diskutiert und bessere Arbeitsbedingungen auf Rasthöfen sowie schärfere Kontrollen gefordert. Anlass dafür sind das Sozialdumping im europäischen Straßengüterverkehr und der zunehmende Fahrermangel, so Dirk Engelhardt, geschäftsführendes Präsidialmitglied des BGL, und Andrea Kocsis, Vize-Vorsitzende von Verdi, am Rande einer Podiumsdiskussion auf der Logistikmesse in München:

https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/bgl-und-verdi-fordern-bessere-bedingungen-fuer-lkw-fahrer-2412318.html

“Transport Manager” oder “Road Pilot” als neue Berufsbezeichnung für LKW-Fahrer

Im Rahmen des Forums LKW-Fahrer 4.0 schlug Gerald Hensel, Vorsitzender des BGL-Berufsbildungsausschusses, auf der transport logistic 2019 vor, das Image des Berufs des LKW-Fahrers durch eine moderne Bezeichnung zu verbessern. „Wir brauchen einen neuen Namen, der den gestiegenen Anforderungen gerecht wird“, sagte Hensel. Als Beispiel für eine erfolgreiche Umbenennung und ein daraus resultierendes Image-Update nannte Hensel den Kfz-Schlosser, der seit 2003 als Kfz-Mechatroniker bezeichnet wird:

https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/bgl-experte-der-lkw-fahrer-braucht-einen-neuen-namen-2412275.html

Bundesvereinigung Logistik mit neuem Vorstand

Im Rahmen der Messe transport logistic 2019 fand in München eine Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Logistik statt, in der unter anderem ein neuer Vorstand gewählt wurde. Neu im BVL-Vorstand sind Tim Scharwath (Vorstandsmitglied, Deutsche Post DHL), Prof. Dr.-Ing. Kai Furmans (KIT, Universität Karlsruhe), Dr. Christian Jacobi (Geschäftsführer, agiplan GmbH), Andreas Reutter (Mitglied der Geschäftsleitung, Robert BOSCH GmbH), Stephan Wohler (Vorstand IT und Logistik, EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG) und Alexander Doll (Vorstand Finanzen, Güterverkehr und Logistik, Deutsche Bahn AG). Bei der 41. Ordentlichen Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung Logistik erstatteten Robert Blackburn, Vorstandsvorsitzender der BVL, Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung, und der kaufmännische Geschäftsführer Uwe Peters den teilnehmenden Mitgliedern zudem Bericht über die Arbeit des Vereins in 2018 und die Planungen für 2019:

https://logistra.de/news/nfz-fuhrpark-lagerlogistik-intralogistik-bundesvereinigung-logistik-mitglieder-waehlen-neuen-bvl-vorstand-16094.htmlhttps://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/bgl-und-verdi-fordern-bessere-bedingungen-fuer-lkw-fahrer-2412318.html

Pamyra.de auf der transport logistic 2019

Das Leipziger Logistik-Startup Pamyra war in diesem Jahr ebenfalls auf der transport logistic anwesend und nutzte den globalen Branchentreff, um die neueste Version der unabhängigen Vergleichs- und Buchungsplattform für die Transportbranche vorzustellen. Vor Ort gab es die Möglichkeit, sich u.a. mit den Gründern Felix Wiegand und Steven Qual über das Thema „Digitalisierung in der Logistik“ auszutauschen. Daneben gab es am Stand von Pamyra.de täglich um 15 Uhr spannende LiveTalks und ab 17 Uhr die Möglichkeit, die Messetage bei der RonnyRunde® mit einem kleinen Absacker ausklingen zu lassen. Pamyra zieht ein positvies Fazit für seinen Besuch auf der transport logistic 2019. Allen voran konnten viele neue Beziehungen geknüpft und bereits bestehende verfestigt werden:

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