Leipzig, 28.01.2026 – Nach Jahren extremer Preisschwankungen zeigt der deutsche Stückgutmarkt erstmals wieder ein vertrautes Bild. Eine Auswertung des Pamyra/DVZ-Stückgutpreisindex belegt, dass sich die Spotmarktpreise 2025 weitgehend entlang klassischer saisonaler Muster entwickeln. Die Ausnahmejahre 2023 und 2024 verlieren damit ihren Sonderstatus – Planbarkeit kehrt zurück.
Seit mittlerweile sieben Jahren ermittelt die Online-Plattform pamyra.de gemeinsam mit der Deutschen Verkehrszeitung (DVZ) den Pamyra/DVZ-Stückgutpreisindex. Der Index ermittelt monatlich die Preisentwicklung für nationale Stückgutsendungen am Spotmarkt anhand der täglich aktuellen und tatsächlich gezahlten Spotpreise der über die Plattform gebuchten Sendungen.
Eine Auswertung des letzten Jahres im Vergleich zu den sechs vorangegangenen Jahren zeigt starke Anzeichen dafür, dass sich der Stückgutmarkt nach zuletzt turbulenten Jahren wieder normalisiert.
Die letzten Jahre waren insgesamt sehr turbulent. Das hat stark auf alle Bereiche des Lebens durchgeschlagen, nicht zuletzt auf die Logistik – und so auch auf den deutschen Stückgutmarkt. Ein direkter Vergleich der Spotmarktpreise der letzten drei Jahre macht deutlich, wie turbulent und unvorhersehbar der Stückgutmarkt zuletzt war.
“Die letzten Jahre haben uns alle in Atem gehalten. Es war jetzt über mehrere Jahre nicht möglich, sich auf klassische saisonale Muster im Mengen- und Preisverlauf einzustellen. Diese Muster scheinen jetzt wieder zurück zu sein. Und damit auch ein Stück Planbarkeit.” erklärt Pamyra Geschäftsführer Dr. Lasse Landt seine Sicht auf den Index.
Ein Blick auf die Auswertung bestätigt den stark unterschiedlichen Verlauf der letzten drei Jahre:
- 2023 war geprägt von dauerhaft hohen Preisen – kaum Volatilität, wenig saisonale Bewegung.
- 2024 zeigte das Gegenstück: kontinuierlich fallende Preise über weite Teile des Jahres durch fallende Mengen in den Netzwerken und einen verstärkten Preiskampf.
- 2025 hingegen folgt wieder einem klassischen saisonalen Muster: Ein schwacher Start, Schwankungen im Jahresverlauf, ein Anziehen im Herbst und ein stabiler Jahresendspurt.

Rückblick auf die Jahre vor den Krisen

Noch deutlicher wird dieser Eindruck im langfristigen Vergleich. Legt man die Preisentwicklung von 2025 über die Jahre 2019 bis 2022, fügt sie sich nahezu bruchlos in die historischen Verläufe ein. Extreme Ausschläge bleiben aus, strukturelle Brüche sind nicht erkennbar.
Vor diesem Hintergrund erscheinen die Jahre 2023 und 2024 rückblickend als Ausnahmen. 2025 hingegen folgt wieder jener Logik, die den Stückgutmarkt vor Pandemie, Kapazitätsschocks und geopolitischen Krisen geprägt hat.
Normaler Verlauf, ungewöhnliches Niveau
Trotz dieser Rückkehr zu bekannten Mustern darf ein wichtiger Unterschied nicht übersehen werden: Ein normaler Preisverlauf bedeutet nicht automatisch ein normales Preisniveau.
Während die offiziellen Inflationsraten zwischen 2019 und 2025 um 21,6 Prozent gestiegen sind, liegt der Pamyra/DVZ-Stückgutpreisindex im Jahresdurchschnitt 2025 lediglich rund fünf Prozent über dem Niveau von 2019. Die Preisentwicklung am Spotmarkt weicht damit deutlich vom allgemeinen Kostenanstieg ab.
Ursächlich dafür ist laut Landt vor allem der anhaltend hohe Wettbewerbsdruck. Die schwache Konjunktur hat den Kampf um zusätzliche Frachten verschärft. Gleichzeitig sorgt die zunehmende Digitalisierung für mehr Transparenz und bessere Vergleichbarkeit der Preise. Für Verlader resultiert daraus ein insgesamt günstigeres Preisniveau am Spotmarkt.

Fazit: Mehr Ordnung, begrenzte Entwarnung
Die Entwicklung des Jahres 2025 spricht für eine strukturelle Normalisierung. Außergewöhnliche externe Einflussfaktoren hatten erstmals seit mehreren Jahren weniger Gewicht als die üblichen saisonalen Nachfrageschwankungen. Damit steigt die Planbarkeit: Preisbewegungen folgen wieder bekannten Mustern.
Für Verlader und Speditionen bedeutet das ein Stück Stabilität, das lange gefehlt hat. In der Marktstruktur ist die Rückkehr zur Normalität erkennbar. Das Umfeld bleibt jedoch angespannt. Geopolitische Risiken, Kostenentwicklungen und konjunkturelle Unsicherheiten wirken weiter auf den Markt.
Der Spotmarkt zeigt wieder vertraute Preisverläufe. Ob diese Normalität von Dauer ist, bleibt offen. Fest steht jedoch: 2025 war – gemessen an den vergangenen Jahren – ein erstaunlich “normales” Jahr.
Einordnung: Warum der Index relevant ist
Der Pamyra/DVZ-Stückgutpreisindex wurde 2019 eingeführt, um eine marktnahe und regelmäßig verfügbare Kennziffer für reale Spotmarktpreise zu schaffen. Er basiert nicht auf Kostenannahmen, sondern auf tatsächlich gezahlten Preisen für palettiertes Stückgut im nationalen Fernverkehr.
Mehrere hundert auf pamyra.de gelistete Speditionen mit Zugang zu allen relevanten Stückgutnetzwerken liefern die Datenbasis. Dadurch entsteht ein repräsentatives Abbild des deutschen Stückgutmarktes – und die Grundlage für belastbare Vergleiche über mehrere Jahre hinweg.
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