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Systemrelevante Superspreader

Wie die Pandemie die KEP-Branche verändert

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In Zeiten des Coronavirus rückten sie noch stärker in den Mittelpunkt: Paketzusteller. Zum einen, weil man im Peak der Krise nicht soo vielen Menschen in live begegnet ist. Zum anderen, weil das Aufkommen an Paketen stark gestiegen ist. Für Paketzusteller hießen die geschlossenen Geschäfte vor allem mehr Arbeit, Hetze und Stress. Doch hinter der Pandemie-Kulisse tat sich in der KEP-Branche dieser Tage durchaus mehr:

Paketzusteller haben es nicht leicht. Niedrige Löhne, hohes Arbeitspensum – und viel Kritik, wenn Lieferungen zu spät kommen, das Paket einen kleinen Knick hat oder beim Nachbarn abgegeben wurde. Corona bedeutet für sie eine besondere Herausforderung bzw. Zustände wie sonst im Advent. In der Pandemie wird nicht minder stark geordert. Hinzu kommt, dass wegen Corona die Menschen soziale Kontakte vermeiden sollen. Paketzusteller können dies aber nicht. Für sie hat sich dafür einiges verändert: Paketübergaben finden jetzt nur noch mit dem derzeit nötigen Sicherheitsabstand statt. Geschenke dürften die Zusteller aktuell keine annehmen. Unterschreiben müssen sie ihre zugestellten Pakete aus Hygienegründen selbst. Nachdem die DPD erst kürzlich seinen Standort in Hückelhoven im Kreis Heinsberg wegen zahlreicher Coronavirus-Fälle schließen musste und alle 400 Mitarbeiter in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt hatte, gilt der Paketzusteller on top nun teils sogar als Superspreader.

Doch Paketzusteller sind so etwas wie die Heinzelmännchen des Online-Handels und galten in den vergangenen Wochen ja schon auch als “systemrelevant”. Denn was nützen gefüllte Lager, wenn Bestelltes letztlich nicht ankommt? Zusteller halten das Online-Geschäft auch in der Krise am Laufen. Während Corona nutzen auch immer mehr Menschen die Vorteile, der Handel im Internet wächst und wächst. Vor allem ältere Menschen shoppen derzeit verstärkt im Internet. Doch auch generell nutzen mehr und mehr Bürger den Online-Handel. Das sorgt bei den Zustellern für Hochbetrieb. Die zusätzlichen Sendungen sind Online-Bestellungen. Doch bringt die Krise den KEP-Dienstleistern außer Stress auch Chancen? Es scheint so. Denn hinter den Pandemie-Kulissen tat sich in den vergangenen Wochen durchaus einiges.

Gemeinsam mit Parkhaus-Spezialist REEF und dem deutschen Cargobike-Lösungsanbieter Rytle hat Logistikdienstleister DHL Express in Miami ein Pilotprojekt zur Zustellung auf der letzten Meile gestartet. Zum Einsatz kommt hier das elektrifizierte Rytle-Cargobike „MOVR„. Die zweispurigen Cargobikes sind mit Wechselboxen ausgestattet, welche auch ohne dem Trägerfahrzeug in der Zustellung nutzbar sind. Das verwendete Telematik- und Datensystem soll den Partnern durch Analysemöglichkeiten zu eventuellen Routenoptimierungen weitere Effizienzsteigerungen ermöglichen. Durch den Einsatz vierer Cargobikes erwartet man in der Innenstadt von Miami eine jährliche CO2-Reduzierung von 101.000 Kilogramm. Der Beitrag von REEF ist der Aufbau eines innerstädtischen Ökosystems auf Parkraum-Basis. So sollen Mobilitäts- und Logistik-Drehkreuze zur Versorgung von Städten, Anwohnern, Unternehmen und speziell zur Belieferung der letzten Meile entstehen. DHL nutzt diese Flächen dann zur Anlieferung der vorkommissionierten Wechselboxen. Hierzu werde ein Anhänger eingesetzt. Die Retouren würden auf selbem Wege Nachmittags in den Wechselboxen zurückdisponiert.

DHL Global Forwarding präsentiert derweil ein neues Kundenportal für digitale Logistik. Der Luft-und Seefrachtspezialist der Deutschen Post startet eine vollintegrierte Online-Plattform. „MyDHLi“ will nützliche Services und volle Transparenz für Speditions-Kunden bieten. Das Portal soll transparentes Management und die Kontrolle von Angebot, Frachtraten, Versand- und Transportmitteln sowie von CO2-Emissionen ermöglichen. Sendungsdaten sollen mit wenigen Klicks einseh- und mit Hilfe detaillierter Analysen und Berichte darstellbar sein. Die Plattform verbindet Services wie „MyDHLi Quote + Book“ und „MyDHLi Analytics“ mit neuen Services sowie Funktionen. Ein neuer Tracking-Service soll Luft- und Seefrachtsendungen mittels End-to-End-Informationen quasi in Echtzeit darstellen und so volle Sendungskontrolle ermöglichen. Mit „MyDHLi Documents“ will man künftig schnellen und komfortablen Zugriff auf herunterladbare Transportdokumente bieten. Integrierte Social Media-Features sollen die Kommunikation außerdem entlang der gesamten Lieferkette erleichtern. Auch können Daten analysiert, exportiert und auf Grundlage einer Vielzahl von API-Schnittstellen direkt in eigene Systeme integriert werden. Der Zugang ist für DHL Global Forwarding-Kunden kostenlos.

KEP-Dienstleister Hermes hat seinen Hamburger Fuhrpark um spezielle E-Zustellfahrzeuge erweitert und setzt zusätzlich zur bereits vorhandenen E-Flotte künftig 15 neue elektrische Fahrzeuge für seine Liefertouren ein. Die eSprinter stammen von Mercedes-Benz Vans und wurden „in engem Austausch mit dem Hersteller für logistische Bedarfe optimiert“. Mit der Inbetriebnahme stocke Hermes seinen E-Fuhrpark nochmal deutlich auf. So werde ab sofort jede fünfte Tour am Tag mit E-Fahrzeugen abgewickelt. Bisher galt das für etwa jede zehnte. An nur einem Arbeitstag würden durch die E-Fahrzeuge ca. 430 Kilogramm CO2 eingespart. Im Jahr käme man so auf rund 137 Tonnen, errechnet Hermes. Um die Fahrzeuge mit Strom zu versorgen, wurden im Hamburger Logistik Center bereits 42 E-Ladestationen installiert. Weitere alternative Mobilitätsansätze wie Packstationen an Bahnhöfen sollen hinzukommen.

„Mit den neuen eSprintern vergrößern wir unsere Elektroflotte nun weiter, sodass immer mehr Zustelltouren in der Hansestadt emissionsfrei erfolgen – ein Weg, den wir frühzeitig eingeschlagen haben und konsequent fortsetzen. Denn leistungsstarke und nachhaltige Logistikangebote stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern sind für uns eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung“, so Marco Schlüter, COO von Hermes Germany.

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