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Top Logistiktrend „Automatisierung“

Die Anforderungen an die Logistik ändern sich rasant. Getrieben durch E-Commerce, Globalisierung und Relokalisierung ist es für Unternehmen wichtig, flexibel zu sein. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage nach der Effizienz der innerbetrieblichen Logistik. Als Allheilmittel zur Effizienzsteigerung wird die Automatisierung gesehen: 

Laut dem Produkions- und Logistikreport 2022 des Beratungs- und Planungsunternehmens agiplan gehört das Thema „Automatisierung“ zu den absoluten Top Trends in der Produktion und Logistik und spielt vor allem für große Logistikunternehmen eine immer wichtigere Rolle. 

Viele große Firmen wollen demnach in die Automatisierung investieren, um ihre Produktivität zu steigern. Automatisierung und Robotik sind die entscheidenden Schlüsseltechnologien, wenn es um höhere Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Qualität geht. In der Produktion sind Industrie-Roboter auch schon längst selbstverständlich. Auf 10.000 Angestellte kommen in Deutschland mehr als 300 Roboter. Um die vorhandenen Potenziale in jeglichen Bereichen bestmöglich zu erschließen, ist aber auch eine effiziente Intralogistik nötig. Dies haben viele Unternehmen erkannt, warum es in der Automatisierung zuletzt einen deutlichen Schub gab.

Durch die Folgen der Corona-Krise hatte dieser Trend auch bei Unternehmen, die sich dem bisher verweigert haben, an Dringlichkeit gewonnen. In herausfordernden Zeiten wie diesen, die unter anderem ja durch Lieferengpässe oder Fachkräftemangel gezeichnet sind, setzen Logistikunternehmen umfangreich auf Modernisierung und Effizienz. Neben Automatisierung sind dabei auch Big Data, Cloud Computing und Künstliche Intelligenz (KI) immer relevanter.

In einer vom globalen Software- und Mobile-Robotics-Anbieter GreyOrange gemeinsam mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL) durchgeführten Studie über „Künstliche Intelligenz und Automatisierungstechnologien in der Intralogistik“ zeigte sich, dass Unternehmen besonders der Fach- und Arbeitskräftemangel sowie Schwierigkeiten bei der Skalierung des eigenen Betriebs zu schaffen machen. Laut Studie stellt der Fachkräftemangel für mehr als die Hälfte (50,8 %) der 194 teilnehmenden Unternehmen im vergangenen Jahr die größte Schwierigkeit dar. Mangel an operativem Lagerpersonal führt in 27 % der befragten Betriebe zu Störungen, bei 13 % sogar zu signifikanten Störungen. Auf Platz zwei und drei lagen die Skalierung des operativen Betriebs und die transparente Verfolgung und Überwachung der Warenbestände.

In den Ergebnissen zeigt sich der große Bedarf nach intelligenten Automatisierungslösungen. Stehen nicht genügend Arbeitskräfte zur Verfügung, können smarte Roboter die Lösung sein. Ebenso für eine flexible Skalierung des Betriebs, beispielsweise zu Auftragsspitzen. Mit Blick auf die Zukunft erwarten 82 % der Befragten demnach einen verstärkten Einsatz von KI und Automatisierungstechnologien zur Bewältigung eben dieser Herausforderungen. 72 % gehen davon aus, dass die Investitionen ihres Unternehmens in KI zunehmen oder sogar deutlich zunehmen werden. Bei Ware-zur-Person-Robotik erwarten 56 % der Befragten steigende Investitionen. Ein Großteil der Betriebe hat also wohl erkannt, dass sich flexible Skalierbarkeit bei Fachkräftemangel nur mithilfe KI-basierter Automatisierungslösungen sicherstellen lässt.

Wirtschaftlich betrachtet stehen bei der Automatisierung die Effizienz und die Potenziale bei der Kostensenkung im Vordergrund. Für den Gesamterfolg ist aber stets ein ganzheitlicher Blick essenziell – mit dem Fokus auf das Zusammenspiel von Menschen, Organisation und Technologie. Die Automatisierung ist dabei sowohl ein Hebel für mehr Effizienz als aber auch ein wichtiges Werkzeug, um dem Fach- und Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. 

Klar, aufwendige Kommissioniertätigkeiten, Lagerprozesse und das Fulfillment werden heute schneller, präziser, effizienter und kostensparend erledigt, wenn automatisierte Systeme wie Fahrerlose Transportsysteme (FTS) oder Robotik-Technologien eingesetzt werden. Dies gilt vor allem für wiederkehrende Prozesse. Für viele Branchen ist die Automatisierung der Hebel für weiteres Wachstum, für einige Unternehmen gar die einzige Chance, ihre Existenz oder den Standort Deutschland zu sichern. Für Unternehmen, die heute darauf verzichten, ist die Automatisierung vielleicht der Grund, warum sie morgen nicht mehr wettbewerbsfähig sind.

Daneben steht bei der Automatisierung aber auch der entscheidende Erfolgsfaktor Mensch im Fokus. Um Automatisierung und Flexibilisierung sinnhaft und vernünftig aufzuwiegen, sind fachkundige Arbeitskräfte entscheidend. Denn bei all dem Streben nach Effizienz darf nicht vergessen werden, wer mit diesen Systemen arbeitet. Mögliche Risiken der Automatisierung, wie z.B. ein potenzieller Verlust an Flexibilität im Unternehmen – eine einmal implementierte Technik gibt langfristig vor, welche Artikel wie in den Lagern bearbeitet werden; es ist deshalb wichtig, nicht so weit zu automatisieren – werden nur mit qualifiziertem Personal minimiert. Maschinen stehen für starre und gleichbleibende Handlungen. Es ist aber der Mensch, der Lösungen für unerwartete Probleme findet und situationsbezogene Anpassungen vornimmt.

Um die Automatisierung zu meistern, braucht es also ein sinnvolles Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Gelingt das Zusammenspiel, gewinnen alle – Unternehmen, Kunden und Mitarbeiter. Denn so senken die Automatisierung und die Einführung neuer Technologien nicht nur die Fehlerhäufigkeit und steigern die Produktion  – durch bessere Prozesse, mehr Sicherheit sowie auch eine Entlastung bei anstrengenden Tätigkeiten steigern sich auch die Zufriedenheit und echtes, nachhaltiges Wachstum wird auf diese Weise möglich gemacht.

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