Logistik in 2020

Was im neuen Jahr auf die Branche zukommt

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Nachdem es nach Weihnachten auch in der Logistikwelt etwas ruhiger geworden ist, stellt sich nun allseits die Frage, was das neue Jahr wohl für die Branche bereithält. Welche Entwicklungen, Trends und Innovationen stehen bevor? Welche Änderungen bringt das neue Jahr? Ein Ausblick auf relevante Themen des Logistik-Jahres 2020:

Ein Jahr mit großer Verunsicherung und sinkenden Wachstumsraten liegt hinter uns. Das hat auch die Logistik zu spüren bekommen. Die Nachfrage auf dem Markt hatte sich zum dritten Quartal in 2019 beruhigt, was man auch an den Frachtraten im Straßengüterverkehr ablesen konnte. Politisch war zum Jahresende dafür aber noch einiges los. Das britische Parlament hatte für das Brexit-Abkommen von Premierminister Boris Johnson gestimmt, womit sich der EU-Austritt Großbritanniens am 31. Januar wohl vollziehen wird. Der deutsche Bundesrat hat derweil den Haushalt für 2020 abgesegnet und das finale „Go“ für das Klimapaket gegeben. Einem CO2-Einstiegspreis von 25 Euro pro Tonne ab 2021 steht damit nichts mehr im Weg.

Mit welchen Entwicklungen muss die Logistik für 2020 rechnen? Zieht die Konjunktur wieder an? Welche Folgen hat der Brexit? Wie werden sich die Frachtraten entwickeln? Setzt sich der Abwärtstrend fort? Steigt die Nachfrage wieder? Steuern wir gar auf eine Rezession zu?

Bereits Ende November beschloss der Bundestag den Haushalt für 2020. Mit Ausgaben von 362 Milliarden Euro erreicht der mit den Stimmen von der Regierungskoalition verabschiedete Haushalt einen neuen Rekordwert. Stark investiert werden soll auch im Verkehrssektor. Der Haushalt des Bundesverkehrsministeriums umfasst 2020 fast 31 Milliarden Euro, rund 1,5 Milliarden mehr als noch 2019. Etwa die Hälfte der Gesamtsumme ist dabei für Investitionen vorgesehen. Der Etat des Verkehrsministeriums ist der dritthöchste aller Bundesministerien. Vor allem für Schiene und die Binnenschifffahrt soll mehr Geld zur Verfügung gestellt werden.

Einen Ausblick auf zentrale Themen, die die Logistik in 2020 bewegen werden, wagten auch die Logistikweisen. Auch wenn einige Herausforderungen warten, blicken die Logistikweisen einigermaßen optimistisch auf das neue Logistik-Jahr. Zwar gehen sie für 2020 von einer Abkühlung aus, nicht jedoch von einer Krise. Auf ihrem Herbstgipfel 2019 waren sich alle 23 teilnehmenden Experten einig, dass die Logistik weiter auf dem Wachstumspfad ist, wenn auch eine Verschnaufpause zu sehen ist. Die Experten rechnen für den Wirtschaftsbereich mit einem nominalen Wachstum von 2,2%, woraus ein reales Wachstum von 0,4% resultiert. Fünf wesentliche Bereiche nehmen ergo Einfluss auf die Entwicklung der Logistik in 2020:

  • Die Konjunktur wirkt differenziert auf die Logistik. Bau und Konsumgüter sind eher wachsende Branchen, Automobil und Chemieindustrie verzeichnen stagnierende bis abnehmende Mengen. Es wird aber kein weiterer Einbruch der Automobilindustrie wie 2019 erwartet. Eine Stütze des Wachstums bleibt der Außenhandel. Insbesondere im Handel mit Osteuropa werden steigende Mengen erwartet. Das hat mit den weiterhin wachsenden Volkswirtschaften zu tun und auch mit dem Brexit, der die Güterströme verlagert hat. Auch wird erwartet, dass bedingt durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China die Handelsströme zwischen EU und China zunehmen werden.
  • Im Arbeitsumfeld sind Kostensteigerungen und steigende Anforderungen an den Arbeitgeber zu erwarten. Mehrkosten durch Personal werden keine Preisreduktionen erlauben, da Fachkräfte weiterhin ein Engpass sind. Das bedeutet, dass auch bei theoretisch günstigeren Angeboten aufgrund der niedrigeren Nachfrage und damit des höheren Angebots die Logistikkosten steigen. Dies liegt nicht nur daran, dass mehr für die Fachkräfte bezahlt werden muss, sondern auch, dass mehr investiert werden muss, um sie überhaupt anzuziehen. Daran ändern auch die Restrukturierungen bei den Automobilherstellern und den Zulieferern zunächst nichts. Personalfreistellungen unterstützen nur dann die Schließung der Lücke, wenn attraktive Angebote folgen.
  • Dass die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz eine Notwendigkeit haben, dass hier ein Umdenken stattfinden sollte und dass Maßnahmen zum Klimaschutz unausweichlich sind, ist wohl allen in der Logistik bewusst. Allerdings sind die derzeitigen Aussagen aus der Politik zu Plänen und Strategien relativ unklar, was die Verunsicherung von Unternehmen steigert und Verzögerungen von Investitionen in Zukunftstechnologien herbeiführt. Durch daraus abgeleitete Maßnahmen wird die Logistik außerdem teurer.
  • Der Fachkräftemangel in der Logistik bezieht sich nicht nur auf operative Fachkräfte, er bremst auch den Fortschritt in Digitalisierung und Automatisierung. So kann die fehlende Innovationskraft der Logistik auch mit dem Mangel an qualifiziertem Personal in IT, Digitalisierung und Projektmanagement begründet werden. Von einer Disruption der Logistik kann demnach noch lange nicht die Rede sein, auch wenn Berichte der Medien über zahlreiche Innovationen durch Digitalisierung der Logistik etwas anderes vermuten lassen. Vielmehr greifen die Investitionen in die Digitalisierung und heben Effizienzpotenziale. Investitionen in Automatisierungslösungen zeigen sich effektiver.
  • Es ist nicht davon auszugehen, dass in 2020 Geschäftsmodelle entstehen werden, die eine fundamentale Wirkung auf die Entwicklung der Logistik haben. Vielmehr wird bereits Bestehendes weiterentwickelt. Auch neue Akteure interpretieren bestehende Geschäftsmodelle mittels der Möglichkeiten der Digitalisierung nur neu. Dass Güter vom Versender zum Empfänger gebracht werden, wird noch lange so bleiben. Die Frage ist nur, wie dies organisiert wird. Außer Frage steht, dass sich in der Form der Abwicklung der logistischen Prozesse etwas ändern wird. Die Gefahr der Disruption durch Akteure anderer Branchen wird zwar größer, hat jedoch kaum Auswirkungen.

Dass die Logistik die erste Branche sein wird, in der sich Plattformen, Künstliche Intelligenz und Blockchain massenhaft durchsetzen, davon ist Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik, überzeugt. Dass die Logistik eine Wachstumsbranche bleibt, schildert Robert Blackburn, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik, in einem Trendbericht. Stefan Schröder, Executive Director der Logistics Alliance meint, dass die Neue Seidenstraße „the next big thing in logistics“ wird.

Pamyra.de wünscht allen Lesern ein gesundes neues Jahr. Wir hoffen, Sie hatten schöne Festtage und konnten ordentlich Energie für 2020 tanken. Auch im neuen Jahr werden wir Sie mit aktuellen Themen und den wichtigsten Meldungen aus Transport und Logistik versorgen.

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