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Stücklisten und ihre Bedeutung für die Produktionskette

In einem Unternehmen gibt es kaum einen Bereich, der nicht von der Schnittstelle Lagerlogistik berührt wird. Ein effizient strukturiertes Lager trägt demnach entscheidend zur Wirtschaftlichkeit und zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bei. Wer als Unternehmensentscheider das Potenzial und die Bedeutung einer professionellen Lagerwirtschaft erkannt hat, wird diesen essenziellen Bereich durch Investitionen z.B. in digitale Systemlösungen stetig verbessern wollen. Denn eine funktionsfähige Supply Chain, der es gelingt, Synergien zu realisieren, optimiert auch automatisch den Gesamtprozess der Firma. 

In der deutschen Sprache gibt es verschiedene Definitionen bzw. Auslegungen des Wortes Lagerlogistik. Häufig sind damit alle Aufgaben zur Planung, Bereitstellung, Steuerung, Prüfung und Optimierung von Prozessen gemeint, um mit firmeneigenen und/oder fremden Gütern in einem Lager fachgerecht zu verfahren. 

Wie effiziente Produktionsplanung gelingt

Digitale Informations- und Kommunikationssysteme, z.B. eine branchentypische Lagerverwaltungssoftware oder ein ERP-System (Enterprise-Ressource-Planning-System) helfen, den Weg der Waren im Lager zu verfolgen und zu dokumentieren. Mit Smartphone, Barcode-Scanner oder Tablet erfassen Lagerdisponenten z.B. Materialknappheit oder steuern Arbeitsteams. 

Ziel einer erfolgreichen Logistik ist die optimale Nutzung der Lagerhaltung, damit die Effizienz der Warenaus- und -eingänge gesteigert werden kann. Der Fokus der verantwortlichen Logistiker liegt zudem auf der Reduzierung von Raum- und Zeitverschwendung. Das Anliegen hat einen Namen: „Lean Logistik“. Diese Strategie der Effizienz stammt aus dem Japanischen und definiert die Philosophie zur „Verschlankung logistischer Prozesse“. 

„Durch weniger von allem mehr erreichen“: Die Methode von Lean Logistik identifiziert Aktivitäten und eliminiert solche, die der Abteilung, dem Unternehmen, aber auch dem Kunden keinen Mehrwert bringen. In Konsequenz steigert das die Geschwindigkeit bzw. den Fluss der Ware und hilft dem Unternehmen, Logistikkosten zu senken

Oft kommt es in Firmen in irgendeiner Form zu Verschwendung: 

  • Durch Lagerüberbestände
  • Durch Wartezeiten bzw. Engpässe
  • Durch unnötige Fahrten
  • Durch Fehler, die zu Retouren führen

 

Die Anwendung von Lean Methoden konzentriert sich folglich darauf, diese zu beseitigen, um die Rentabilität der Lagerwirtschaft zu steigern. Automatisierungslösungen und das richtige Software-System helfen dabei, z.B. große Stückzahlen zu verwalten und zu steuern.  

Hoher Anspruch durch Globalisierung

Eine effektive Materialwirtschaft umfasst die Bereiche Lagerhaltung und Beschaffung. Letzterer verursacht einen hohen Anteil der Herstellungskosten. Mit Blick auf die Globalisierung besitzt die gesamte Lagerwirtschaft innerhalb einer Firma einen bedeutenden Stellenwert, das gilt ebenfalls für die Integration von Zulieferbetrieben. 

Die Stückliste ist z.B. ein unverzichtbares Instrument, das dem Lagerdisponenten dabei hilft, alle Materialien bereitzustellen, die zur Produktion bzw. für die Service-Leistung des Unternehmens wichtig sind. Dabei richtet sich der Fokus der Verantwortlichen auf Preis, Quantität, Qualität, Zeit sowie den erforderlichen Ort. Alle Beschaffungskosten sollen so niedrig wie möglich sein. 

Im Dokument der Stückliste wird festgelegt, welche Elemente nötig sind, um einen Produktionsprozess auszuführen. Dazu gehören die Entwurfs-, Produktions- und Montagephase eines Produkts. Die Stückliste umfasst alle notwendigen Rohstoffe, Bauteile bzw. Werkzeuge, die für Produktion oder Dienstleistung im Kundenauftrag gebraucht werden. Zusätzlich enthält jene Liste auch mengenmäßig alle Komponenten und Teilkomponenten, woraus sich das zu fertigende Produkt zusammensetzt.

Genaue Anweisungen für die Produktion

Die Stückliste definiert konkrete Anweisungen für den Produktionsablauf. Auch die Reihenfolge der Montage ist aus ihr zu ersehen. Zusammengefasst kann man sagen, dass eine Stückliste eine Bestandsliste ist, die gravierenden Einfluss auf die Kostensenkung im Lagerbetrieb hat. Mit ihrer Hilfe gelingt es, die komplette Lieferkette zu koordinieren. 

Eine gut strukturierte Stückliste hilft dem Produktionsunternehmen dabei, 

  • den Rohstoffeinkauf zu planen
  • die Materialausgaben zu berechnen
  • Bestandsbrüche zu vermeiden
  • Fehler zu analysieren bzw. zu minimieren

 

Sie ist sozusagen Ausgangspunkt und Kern einer funktionsfähigen Produktionslinie. Dabei ist der Einsatz einer geeigneten System-Software unerlässlich. Mit digitaler Unterstützung kann der Disponent das Instrument der Stückliste automatisch steuern und überwachen. In der Realität kann eine Stückliste für jeden Vorgang erstellt werden, bei dem diverse Elemente bzw. Verfahren vorausgesetzt werden. 

Es gibt verschiedene Arten von Stücklisten, sie können je nach Bedarf des Unternehmens bzw. des Kunden gestaltet werden als  

  • Mengenübersichtsliste – erfasst alle Einzelteile eines Erzeugnisses
  • Baukastenstückliste – bildet jeweils nur eine Ebene des Produktionsprozesses ab 
  • Strukturstückliste – fasst alle Fertigungsstufen zusammen
  • Variantenstückliste – fasst mehrere Stücklisten zusammen

 

Ein Herstellungsbetrieb kommt nicht ohne Stücklisten aus. Sie garantieren fehlerfreie Prozesse. Softwaregestützt können alle beteiligten Abteilungen im Unternehmen zusammenarbeiten und in Echtzeit auf den jeweiligen Status zugreifen. Damit dies gelingt, müssen beispielsweise der Einkauf, die Kostenrechnungsstelle und die Bereiche Produktions- sowie Absatzplanung in den Verteiler für Stücklisten aufgenommen werden. 

Änderungen automatisch erfassen

Eine ideale ERP-Software kann übrigens Änderungen z.B. von einzelnen Komponenten in der Stückliste automatisch erfassen. Dies ist eine sehr wichtige Funktion, denn wessen Software das nicht leisten kann, muss regelmäßig manuell überprüfen, ob die Stücklisten in ihrer Gesamtheit noch aktuell sind. Falsche Angaben verfälschen die Kalkulation und unterbrechen im schlimmsten Fall sogar den Herstellungsprozess. 

Die Verknüpfung von Stücklisten und Zeitplänen im ERP-System macht es möglich, alle benötigten Ressourcen zu planen und eine Kostenübersicht zu gewinnen. Stücklisten sind deshalb mehr als nur Auflistungen von Dingen und Mengen. Sie sind eine wesentliche Arbeitsgrundlage für das Unternehmen. 

Mit ihnen gelingt es, alle an der Supply Chain beteiligten Elemente aufeinander abzustimmen, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Sie stellt die Rezeptur dar, nach dieser das Endprodukt erstellt wird. Eine synchronisierte Logistik-Software ermöglicht es, Stücklisten zu automatisieren und garantiert einen perfekten Warenfluss zwischen Lager und den beteiligten Produktionsbereichen.