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Zum 15. Mal „Tag der Logistik“

Welchen enormen Stellenwert die Logistikbranche zur Versorgung der Bevölkerung hat, führte die Corona-Krise großen Teilen in Wirtschaft und Gesellschaft vor Augen. Gerade in den vergangenen beiden Jahren hatte die Branche recht deutlich gezeigt, wie wichtig funktionierende Lieferketten sind. Dabei muss sie sich gegenwärtig auch noch ganz anderen Themen stellen. Der Fach- und Nachwuchskräftemangel ist eine der größten aktuellen und wohl auch künftigen Herausforderungen für die Logistik:

In der vergangenen Woche war es wieder so weit. Am 21. April zeigte der Wirtschaftsbereich Logistik wieder, wie vielseitig und leistungsfähig er ist. Zum 15. Mal öffneten Unternehmen, Organisationen und Institute zum Tag der Logistik – dieses Jahr als Hybridform, also sowohl vor Ort als auch online – ihre Tore für die Öffentlichkeit und boten den Interessierten bei freien Betriebsbesichtigungen, Planspielen, Vorträgen, Webinaren und vielem mehr die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der facettenreichen Abläufe in Produktionsunternehmen sowie bei Dienstleistern zu werfen und die Logistik live zu erleben. Auch digital ist der Aktionstag ein voller Erfolg. Im letzten Jahr erreichte der Tag der Logistik laut den Veranstaltern mit über 100 Online-Events sowie den ganzen Social Media-Beiträgen rund 200.000 Menschen im Netz. In diesem Jahr fanden rund 150 Veranstaltungen in und über die Grenzen Deutschlands statt.

Schon seit 2008 gibt es diesen Aktionstag, um die Vielfalt und die Wichtigkeit des drittgrößten Wirtschaftsbereich Deutschlands zu zeigen und seine beruflichen Perspektiven aufzuführen. Den Unternehmen bietet diese Veranstaltung eine Gelegenheit, die vielfältigen Tätigkeiten und spannenden Karriereperspektiven vorzustellen und so Menschen jeden Alters für die Logistik zu begeistern. Die Unternehmen und Organisationen boten den ganzen Tag über kostenfreie Veranstaltungen live vor Ort oder über ihre Online-Kanäle an. Nicht nur eine gute Möglichkeit, dem Fachkräftemangel – eines der ganz zentralen Themen der diesjährigen Veranstaltung – entgegenzuwirken, sondern auch, um das Image des Wirtschaftsbereiches aufzupolieren.

Dass gerade Jüngere oft Vorbehalte gegen Logistik-Jobs haben und für die unter-26-Jährigen Tätigkeiten in der Logistik häufig negativ behaftet sind, zeigte eine Studie von Amazon zum Thema „Arbeitswelt Logistik“, welche mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt durchgeführt und exklusiv zum Tag der Logistik veröffentlicht wurde. Junge Befragte sind demnach weniger überzeugt, Chancen zu haben, als Über-50-Jährige. Ferner sehen Frauen, anders als Männer, verstärkt Chancen für eine Karriere in der Logistik.

Die Studie mit 1.000 Befragten wurde bei einer Pressekonferenz am Aktionstag vorgestellt. Junge Menschen unter 26 Jahren sind demzufolge weit weniger davon überzeugt, dass die Branche Arbeits- und Karrieremöglichkeiten für Fachkräfte und Studienabsolventen bietet, als Befragte über 50 Jahren. Auch Thesen wie „Logistik bietet überwiegend einfache, monotone Tätigkeiten“ oder „In der Logistik wird meist veraltete Technologie eingesetzt, die bei der Arbeit nicht ausreichend unterstützt“ werden von den Jüngeren weit mehr unterstützt, als von den Ü-50-Jährigen. Die U-26-Jährigen sind zudem der Meinung, dass es sich in der Logistik um überwiegend körperlich anstrengende Tätigkeiten handelt, während die Älteren dies nicht sehen. Die jüngeren Befragten sehen auch die Arbeitsbedingungen in der Logistik kritischer. 

Dass die Logistik für Fachkräfte und Studienabsolventen Arbeits- und Karrieremöglichkeiten bietet, erfährt bei Frauen zudem viel mehr Zustimmung als bei Männern. Die Frauen rechnen auch eher damit, dass die Logistik in Zukunft aufgrund zunehmender Automatisierung mehr Arbeitsplätze anbieten wird. Die Chancen von Logistikansiedlungen vor Ort werden eher von Über-50-Jährigen gesehen als von den jungen Befragten: Die Älteren sagen, Logistikzentren versprechen der breiten Bevölkerung Arbeitsplätze, während die Jüngeren weniger überzeugt sind. Die ältere Generation ist außerdem der Meinung, dass die Kommunen die Chancen der Logistik erkennen und konstruktiv handeln sollten, die Jugend stimmt hier nicht so stark zu.

Insgesamt wird aber die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung zunehmend zum Problem für den Arbeitsmarkt. Bereits fast jeder vierte Beschäftigte (22,8 Prozent) ist über 55 Jahre. In den kommenden zehn Jahren werden somit voraussichtlich 7,3 Millionen Menschen aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Für die Logistikbranche hierbei schwierig, wird es auch laut einer repräsentativen Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW): 32,4 Prozent der Berufskraftfahrer sind derzeit über 55 Jahre alt. Sollten diese rund 180.000 Personen in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen, wird sich der Fachkräftemangel von bis zu 80.000 fehlenden Fahrern nochmals deutlich verschärfen. 

Die Logistik leidet schon seit Jahren unter dem Fachkräftemangel. Nicht erst seit Corona und dank des weiter stark wachsenden Online-Handels fällt zunehmend auf: Die Logistik braucht Nachwuchs. Dieser muss bestens gerüstet und qualifiziert dafür sein, um die immer neuen Herausforderungen der Branche bewältigen zu können. Insgesamt aber sind die Aussichten für den Wirtschaftszweig Logistik ja weiterhin positiv, die Branche nimmt durch ihre digitale Weiterentwicklung die Herausforderungen an. Mit wertschätzendem Fokus aufs Gewinnen und Weiterbilden qualifizierter Fachkräfte dürfte die Logistik weiterhin auf Erfolgskurs bleiben. 

So gibt es in der Logistik auch nicht nur zahlreiche offene Stellen in allen Bereichen, sondern zudem allerbeste Aussichten für einen zukunftssicheren Arbeitsplatz in einem dynamischen Betätigungsfeld. Die zahlreichen Berufe und verschiedenen Betätigungsfelder in der Branche attraktiv zu bewerben und fundierte Aus- und Weiterbildungskonzepte anzubieten, wird eine konstante Aufgabe dieses Sektors bleiben, um zukunftsfähig und erfolgreich zu bleiben. Die Logistik überzeugt mit ihrer Vielfalt. Potenzielle ArbeitnehmerInnen erwartet eine lebendige Branche, welche im Zuge der Digitalisierung stets neue Herausforderungen bewältigen darf.

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